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Aktuelles aus der Forschung

In diesem Bereich möchten wir Sie über ausgewählte aktuelle Forschungsergebnisse, an denen unser Zentrum direkt beteiligt ist, informieren. Meist sind wissenschaftliche Fachaufsätze für medizinische Laien kaum zu verstehen, weswegen wir versuchen möchten, Ihnen die wesentlichen Erkenntnisse prägnant und für Sie nachvollziehbar darzustellen.

Der Uhrentest und die Gehirnstruktur bei Alzheimer-Demenz

Die Alzheimer-Demenz ist die häufigste Demenzform des höheren Lebensalters. Bereits heute leben 1,2 Millionen Menschen mir der Alzheimer-Krankheit in Deutschland, Tendenz steigend. Leitsymptome sind ein üblicherweise schleichend beginnender Merkfähigkeits- und Gedächtnisverlust, der im Verlauf der Erkrankung häufig zu deutlichen Einschränkungen in der Fähigkeit zur selbständigen Lebensführung führt. Eine zuverlässige Diagnose, insbesondere in einem frühen Krankheitsstadium, in dem therapeutische Interventionen besonders vielversprechend sind, ist von besonderer Bedeutung für Betroffene wie auch für deren Angehörige. In einer Reihe aktueller Forschungsarbeiten konnten wir aufzeigen, dass der Uhrentest, ein einfaches und nur wenige Minuten beanspruchendes Screeningverfahren, für die konkrete Diagnosestellung sehr hilfreich sein kann. Im Allgemeinen wird der Patient dabei gebeten, in einem auf einem weißen Blatt vorgezeichneten Kreis das Ziffernblatt einer Uhr einzuzeichnen und die Zeiger der Uhr auf eine bestimmte Zeit (10 Minuten nach 11 im Beispiel unten) zu "stellen".


Beispiel für den Uhrentest (nach Shulman, 1993).
Links “perfekte” Darstellung, rechts keinerlei Darstellung der Uhr.

In unseren Forschungsarbeiten untersuchten wir darüber hinaus den Zusammenhang zwischen beeinträchtigter Leistung im Uhrentest und Veränderungen der Gehirnstruktur. Hier zeigte sich, dass Schwierigkeiten in der korrekten Durchführung des Uhrentests mit einer Abnahme an Gehirnvolumen in "kritischen", für Gedächtnisleistungen relevanten Hirngebieten assoziiert sind. Für eine korrekte Diagnosestellung war die Durchführung des Uhrentests dabei der differenzierten MRT-Untersuchung der Hippokampusformation, also der "Schlüsselregion" der Alzheimer Demenz, sogar überlegen.

Aber Vorsicht: Die diagnostische Abklärung von Gedächtnisproblemen darf niemals nur anhand eines einzelnen (Kurz-)Tests erfolgen. Vielmehr ist eine umfassende Diagnostik, die neben einer ausführlichen Anamnese mit körperlicher Untersuchung eine differenzierte neuropsychologische Beurteilung, Laboruntersuchung und eine Bildgebung des Gehirns beinhaltet, erforderlich.

Prof. Dr. Thomann wurde als Arbeitsgruppenleiter der den dargestellten Erkenntnissen zugrunde liegende Studien durch die Alzheimer Forschung Initiative e.V. (https://www.alzheimer-forschung.de) gefördert.

Originalien
D. Hirjak, F. Sambataro, B. Remmele, K. M. Kubera, J. Schröder, U. Seidl, A. K. Thomann, K. H. Maier-Hein, R. C. Wolf, P. A. Thomann
The relevance of hippocampal subfield integrity and clock drawing test performance for the diagnosis of Alzheimer's Disease and Mid Cognitive Impairment. The world journal of biological psychiatry : the official journal of the World Federation of Societies of Biological Paychiatry (2017) 1-32.

D. Hirjak, R. C. Wolf, B. Pfeifer, K. M. Kubera, A. K. Thomann, U. Seidl, K. H. Maier-Hein, J. Schröder, P. A. Thomann
Cortical signature of clock drawing performance in Alzheimer's disease and mild cognitive impairment. Journal of psychiatric research (2017) 90:133-142.

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